Gedichte vom Nikolaus, Knecht Ruprecht und dem Weihnachtsmann
Aktualisiert: 27.06.26
Am 6. Dezember ist Nikolaus
Jedes Jahr wird am 6. Dezember der Nikolaustag zum Gedenken an Bischof Nikolaus gefeiert.
Bereits am Vorabend wird möglichst der größte Stiefel blitzeblank geputzt und vor die Türe gestellt, in der Hoffnung ihn am nächsten Morgen prall gefüllt vorzufinden. Natürlich bekommen dies nur die braven Kinder, für die weniger braven findet sich dann eher eine Rute. Oder kommt bei euch der "echte" Nikolaus und ermahnt und beschenkt die Kinder.
Seit jeher inspiriert der Nikolaustag bekannte und weniger bekannte Dichter. Was dabei entstanden ist, reicht von schlichten Kinderversen bis zu hintergründigen Texten für Erwachsene.
Zur Einstimmung auf eine frohe, besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und für deine Kartengrüße oder DIY-Ideen findest du hier ein paar der schönsten Gedichte über Nikolaus, Knecht Ruprecht und den Weihnachtsmann.
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Nikolausgedichte: Volksgut und alte Kinderverse
Viele Nikolausgedichte haben keinen bekannten Verfasser – sie wurden gesungen, weitergegeben, leicht verändert. Genau das macht sie zu dem was sie heute sind: Gemeingut, das Generationen verbindet.
Nikolausabend
Niklaus, Niklaus, lieber Mann,
Klopf an unsre Türe an!
Wir sind brav, drum bitte schön,
lass den Stecken draußen stehn!
Niklaus, Niklaus, huckepack,
Schenk uns was aus deinem Sack!
Schüttle deine Sachen aus,
Gute Kinder sind im Haus!
Volksgut
♥ ♥ ♥
Ihr Kinder stellt die Schuh hinaus
Ihr Kinder, stellt die Schuh‘ hinaus,
denn heute kommt der Nikolaus.
Und wart ihr immer gut und brav,
dann lohnt’s euch Nikolaus im Schlaf.
Er bringt euch Äpfel, Feigen, Nüss‘
und gutes Backwerk, zuckersüß.
Doch für das böse, schlimme Kind
legt er die Rute hin geschwind.
Volksgut
♥ ♥ ♥
Ich wünsch mir was!
Ich wünsch mir was!
Was ist denn das?
Das ist ein Schloss aus Marzipan –
mit Türmen aus Rosinen dran
und Mandeln an den Ecken.
Ganz zuckersüß und braun gebrannt
und jede Wand aus Zuckerkand –
da kann man tüchtig schlecken!
Und Diener laufen hin und her
mit Saft und Marmelade
und drinnen in dem Schlosse drin,
sitzt meine Frau, die Königin –
die ist aus Schokolade.
Volksgut
♥ ♥ ♥
Nikolaus, Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann – Gedichte bekannter Dichter
Von Christian Fürchtegott Gellert bis Kurt Tucholsky – der Nikolaustag hat Dichter aus ganz unterschiedlichen Ecken angezogen, dies spiegelt sich auch in ihren Gedichten wider.
Ach du lieber Nikolaus
Ach du lieber Nikolaus,
komm doch einmal in mein Haus!
Hab so lange an dich gedacht!
Hast mir auch was mitgebracht?
Christian Fürchtegott Gellert
♥ ♥ ♥
Knecht Ruprecht
Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp - stapp, stipp - stapp und huckepack -
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sack drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.
Martin Boelitz
♥ ♥ ♥
Holler Boller
Holler boller Rumpelsack,
Nikolaus trägt ihn huckepack.
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus
guter alter Nikolaus.
Albert Sergel
♥ ♥ ♥
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben,
Trommel, Pfeifen und Gewehr,
Fahn‘ und Säbel, und noch mehr,
Ja, ein ganzes Kriegesheer
Möcht‘ ich gerne haben.
Bring‘ uns lieber Weihnachtsmann,
Bring‘ auch morgen, bringe
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Pantherthier,
Roß und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge!
Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennst ja uns’re Herzen.
Kinder, Vater und Mama,
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
♥ ♥ ♥
Knecht Ruprecht
Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht”, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt’ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!”
Ich sprach: „O lieber Herr Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.” –
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?”
Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.” –
„Hast denn die Rute auch bei dir?”
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil den rechten.”
Christkindlein sprach:„So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!”
Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hier innen find’!
Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind
Theodor Storm
♥ ♥ ♥
Lasst uns froh und munter sein
Lasst uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freu‘n!
Lustig, lustig, tralalalala,
Bald ist Nikolausabend da,
Bald ist Nikolausabend da!
Dann stell’ ich den Teller auf,
Nik‘laus legt gewiss was drauf.
Lustig, lustig, tralalalala,
Bald ist Nikolausabend da,
Bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich schlaf‘, dann träume ich,
jetzt bringt Nik‘laus was für mich.
Lustig, lustig, tralalalala,
Bald ist Nikolausabend da,
Bald ist Nikolausabend da!
Wenn ich aufgestanden bin,
lauf‘ ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, tralalalala,
Heute ist Nikolausabend da,
Heute ist Nikolausabend da!
Nik‘laus ist ein guter Mann,
dem man nicht genug danken kann.
Lustig, lustig, tralalalala,
Heute ist Nikolausabend da,
Heute ist Nikolausabend da!
Josef Annegarn?
(lt. Wikipedia nicht sicher belegt)
♥ ♥ ♥
Weihnachten
Nikolaus der Gute
kommt mit einer Rute,
greift in seinen vollen Sack –
dir ein Päckchen – mir ein Pack.
Ruth Maria kriegt ein Buch
und ein Baumwolltaschentuch,
Noske einen Ehrensäbel
und ein Buch vom alten Bebel,
sozusagen zur Erheiterung,
zur Gelehrsamkeitserweiterung ...
Marloh kriegt ein Kaiserbild
und nen blanken Ehrenschild.
Oberst Reinhard kriegt zum Hohn
die gesetzliche Pension ...
Tante Lo, die, wie ihr wisst,
immer, immer müde ist,
kriegt von mir ein dickes Kissen. –
Und auch hinter die Kulissen
kommt der gute Weihnachtsmann:
Nimmt sich mancher Leute an,
schenkt da einen ganzen Sack
guten alten Kunstgeschmack.
Schenkt der Orska alle Rollen
Wedekinder, kesse Bollen –
(Hosenrollen mag sie nicht:
dabei sieht man nur Gesicht ...).
Der kriegt eine Bauerntruhe,
Fräulein Hippel neue Schuhe,
jener hält die liebste Hand –
Und das Land? Und das Land?
Bitt ich dich, so sehr ich kann:
Schenk ihm Ruhe – lieber Weihnachtsmann!
Kurt Tucholsky
♥ ♥ ♥
Am St. Nikolausabend
Sankt Nikolaus, Sankt Nikolaus,
Er ziehet heut vom Himmel aus,
Er sitzt auf einem weißen Ross,
Das weiße Ross ist riegengroß!
Aus Wolken reitet er herab,
Bald im Galopp und bald im Trab,
An seiner Seite hängt ein Sack,
Das Ross trägt vorn und hinten Pack.
In Sack und Pack ist Hüll‘ und Füll‘,
Was man nur wünscht und haben will,
Ein Wohlgeruch erfüllt die Luft,
Und Alles schwimmt in Glanz und Duft.
Im hintern Packe, merk‘ es, Kind!
Die braunen spitzen Ruten sind,
Zur Straf‘ dem kleinen Bösewicht,
Der nicht gehorcht, und Lügen spricht.
Er reitet still im Dorf herum,
Und sieht sich nach den Kindern um,
Und sind sie brave Kinderlein,
So legt er ihnen Schönes ein.
Sankt Nikolaus! Sankt Nikolaus!
Ich will gewiss nicht böse sein,
Komm auch zu meinem Fensterlein,
Und packe deine Schätze aus!
Franz Josef Egenter
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Christoph, Ruprecht, Nikolaus
Ich kenn drei gute, deutsche Gesell'n
Mit großen Händen und Beinen schnell'n;
Mit dicken Säcken auf breiten Buckeln
Stampfen sie eilig durchs Land mit Gehuckel;
Haben Eis im Bart
Und grimmige Art,
Aber Augen gar milde;
Führ'n Äpfel und Nüsse und Kuchen im Schilde
Und schleppen und schleppen im Huckepack
Himmeltausendschöne Sachen im Sack.
All drei sind früher Heiden gewesen.
Der erste heißt Christoph: Auserlesen
Hat er in einer eisgrimmigen Nacht
Das Christkind über Wildwasser gebracht.
Ruprecht der zweite ist genannt:
Der fuhr voreinsten übers Land
Tief nächten in Gespenstergraus
Als Heidengott. Den Nikolaus,
Als wie der dritte ist geheißen,
Tät man als einen Bischof preisen.
Das ist nun all Legend und Mär,
Ich übernehme nicht Gewähr,
Dass just genau es so gewesen.
Hab's nicht geseh'n, hab's nur gelesen.
Auf Schildereien jedermann
Die dreie freilich sehen kann.
Da ist der Ruprecht dick beschneet
Und derb gestiefelt fürder geht.
Drei Äpfel trägt der Nikolaus,
Sieht väterlich und ernsthaft aus.
Und Christopher im langen Bart
Ist heidenmäßig dick behaart,
Hat einen roten Mantel an
Und ist ansonst ein nackter Mann.
Die dreie nun, dass ihr es wisst,
Verehre ich als Mensch und Christ.
Sie sind so lieb und ungeschlacht
Und ganz aus deutschem Mark gemacht.
Mildherzig rau, kratzhaarig lind,
Des deutschen Gottes Ingesind.
Die guten Knechte, reichen Herrn!
Sie dienen gern und schenken gern,
Woll'n keinen Dank, woll'n keinen Lohn,
Sind in sich selbst bedank lohnt schon.
Grüß Gott ihr dreie miteinand
Im lieben weiten deutschen Land!
Christoph, Ruprecht, Nikolaus!
Schüttet eure Säcke aus,
Schüttet sie mit Lachen,
Blickt mit hellen Augen drein
Und lasst wohl gesegnet sein
Eure Siebensachen.
Otto Julius Bierbaum
♥ ♥ ♥
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Weihnachtsmann- und Nikolausgedichte für Kinder
von Paula Dehmel
Paula Dehmel (* 31. Dezember 1862 in Berlin als Paula Oppenheimer; † 9. Juli 1918 in Steglitz b. Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin und schrieb Gedichte und Märchen für Kinder. Sie war eine Schwester von Franz Oppenheimer und von 1889 bis 1898 mit dem Dichter Richard Dehmel verheiratet.
Quelle: Wikipedia
Ich liebe die Gedichte von Paula Dehmel, deswegen findest du hier auch mehr als nur eines 😉
Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf
Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,
es riecht nach Weihnachtstorten;
Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd
und bäckt die feinsten Sorten.
Ihr Kinder, sperrt die Augen auf,
sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse, seht,
tut Ruprecht ganz voll Zucker.
Er streut – die Kuchen sind schon voll –
Er streut – na, das wird munter:
Er schüttelt die Büchse und streut und streut
den ganzen Zucker runter.
Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf,
Schnell! Zucker schneit es heute;
Fangt auf, holt Schüsseln – ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!
Paula Dehmel
♥ ♥ ♥
Frohe Botschaft
Früh, eh ich`s konnt begreifen,
hört ich schon etwas pfeifen,
hört ich schon etwas brummen,
wie tausend Bienen summen.
Was ist denn los? Ach ja:
Der Weihnachtsmann ist da!
Die Raben und die Spatzen,
sie müssen`s weiterschwatzen;
in alle Häuser dringt es,
von allen Glocken klingt es.
Was läuten sie? O ja:
der Weihnachtsmann ist da!
Mit seinem braven Esel
zieht er von Thorn bis Wesel;
wo Mädels sind und Buben,
tritt er in ihre Stuben
und langt aus Sack und Taschen
zum Spielen was und Naschen.
Wo habt ihr`s her? Na ja:
der Weihnachtsmann war da!
Paula Dehmel
♥ ♥ ♥
Sankt Niklas` Auszug
Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus,
klopft seine lange Pfeife aus
und sagt zur heiligen Kathrein:
Öl mir die Wasserstiefel ein,
bitte hol auch den Knotenstock
vom Boden und den Fuchspelzrock,
die Mütze lege oben drauf,
und schütte dem Esel tüchtig auf,
halt auch sein Sattelzeug bereit;
wir reisen, es ist Weihnachtszeit.
Und dass ich`s nicht vergeß, ein Loch
ist vorn im Sack, das stopfe noch!
Ich geh derweil zu Gottes Sohn
und hol mir meine Instruktion.
Die heilige Käthe, sanft und still,
tut alles, was Sankt Niklas will.
Der klopft indes beim Herrgott an,
Sankt Peter hat ihm aufgetan
und fragt: Grüß Gott! wie schaut`s denn aus?
und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.
Da sitzen die Englein an langen Tischen,
ab und zu Feen dazwischen,
die den kleinsten zeigen, wie`s zu machen,
und weben und kleben die niedlichsten Sachen,
hämmern und häkeln, schnitzen und schneidern,
fälteln die Stoffe zu zierlichen Kleidern,
packen die Schachteln, binden sie zu
und haben so glühende Bäckchen wie Du.
Herr Jesus sitzt an einem Pult
und schreibt mit Liebe und Geduld
eine lange Liste. Potz Element,
wie viel artige Kinder Herr Jesus kennt!
Die sollen die schönen Engelsgaben
zu Weihnachten haben.
Was fertig ist, wird eingesackt
und auf das Eselchen gepackt.
Sankt Niklas zieht sich recht warm an;
Kinder, er ist ein alter Mann,
und es fängt tüchtig an zu schnein,
da muss er schon vorsichtig sein.
So geht es durch die Wälder im Schritt,
manch Tannenbäumchen nimmt er mit;
und wo er wandert, bleibt im Schnee
manch Futterkörnchen für Hase und Reh.
Aus Haus und Hütte strahlt es hell,
da hebt er dem Esel den Sack vom Fell,
macht leise alle Türen auf,
jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf:
Sankt Niklas, Sankt Niklas,
was hast du gebracht?
was haben die Englein
für uns gemacht?
"Schön Ding, gut Ding,
aus dem himmlischen Haus;
langt in den Sack! Holt euch was raus!"
Paula Dehmel
♥ ♥ ♥
Knecht Ruprecht in Nöten
Knecht Ruprecht kratzt sich seinen Bart
Und rückt zurecht die Brille:
Ihr Engelskinder, lärmt nicht so,
seid mal ein bisschen stille!
Kommt, rückt hübsch artig zu mir ran,
seht euch mal das Bestellbuch an!
Was steht hier auf dem ersten Blatt?
was auf dem zweiten, dritten?
was steht am Ende von dem Buch?
was steht hier in der Mitten? - :
Ach Weihnachtsmann, wir bitten sehr,
schick uns doch mal das Luftschiff her!
Hans möchte nach Amerika,
und Fritz zu Tante Lotte,
Kurt durch die Luft zu Großpapa,
Marie zum lieben Gotte;
Georg will bloß nach Neuruppin
Mit Zeppelin, mit Zeppelin.
Ach Zeppelin, du Zaubermann,
`s ist aus der Haut zu fahren,
das ganz liebe kleine Pack
will bloß noch Luftschiff fahren;
dein Fahrzeug ist ja viel zu klein,
da gehn nicht alle Kinder `rein.
Ihr Engelskinder, helft mir doch
in meinen Weihnachtsnöten,
baut mir ein Luftschiff riesengroß
mit hunderttausend Böten,
lasst lustig die Propeller gehn,
da sollt ihr mal die Freude sehn!
Hurra, schreit da die Engelschar,
wir helfen alle, alle.
Nach dreien Tagen, blitzeblank,
stehts Luftschiff in der Halle.
Dank schön, sagt Ruprecht, fährt hinab,
holt alle Jungs und Mädels ab
zur Flugfahrt durch die Welten.
Ob sie sich nicht erkälten?
Paula Dehmel
♥ ♥ ♥
Der liebe Weihnachtsmann
Der Esel, der Esel,
wo kommt der Esel her?
Von Wesel, von Wesel,
er will ans schwarze Meer.
Wer hat denn, wer hat denn
Den Esel so bepackt?
Knecht Ruprecht, Knecht Ruprecht
mit seinem Klappersack.
Mit Nüssen, mit Äpfeln,
mit Spielzeug allerlei,
und Kuchen, ja Kuchen
aus feiner Bäckerei.
Wo bäckt denn, wo bäckt denn
Knecht Ruprecht seine Speis?
In Island, in Island,
drum ist sein Bart so weiß.
Die Rute, die Rute
hat er dabei verbrannt;
heut sind die Kinder artig
im ganzen deutschen Land.
Ach Ruprecht, ach Ruprecht,
du lieber Weihnachtsmann:
komm auch zu mir mit deinem
Sack heran!
von Paula und Richard Dehmel
♥ ♥ ♥
Bescheidene Frage
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
bringst du der flinken Grete was?
Sie ist fast immer artig gewesen,
hat fleißig in ihrer Fibel gelesen,
kann das große H schon ganz richtig schreiben,
wird Ostern gewiss nicht sitzen bleiben;
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
schenkst du ihr was?
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
bringst du dem dicken Peterle was?
Er ist noch zu klein, um zur Schule zu gehn,
aber beten kann er schon wunderschön:
"Lieber Dott, mach alle Menßen dut,
nimm alle unter deinen Hut!"
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
schenkst du ihm was?
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
bringst du der kleinen Lene was?
Sie gehört der armen Flick - Marie
und hat schon lange ein schlimmes Knie;
zum Spielen kommt sie gar nicht mehr raus,
sieht immer so blass und ängstlich aus.
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
schenkst du ihr was?
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
ich wünsch mir selber auch noch was:
möcht in der Weihnacht mit dir gehn,
mir all die fröhlichen Kinder besehn,
wie sie tanzen und tuten, knabbern und schlucken
und am strahlenden Christbaum die Wunder angucken.
Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,
schenkst du mir das?
Paula Dehmel
♥ ♥ ♥
Noch ein bisschen Lesestoff für dich und deine Lieben
- Weihnachtsgeschichten am Kamin 34: Gesammelt von Barbara Mürmann *
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- Kleine Weihnachtsschmökerei ein Best-of bekannter und neuer Geschichten und Gedichte der Weihnachtsautorin Sally West – zum Schmunzeln, zum Nachdenken, zum Träumen und Erinnern. *
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Das ist nun meine Sammlung von Nikolaus-, Knecht Ruprecht- und Weihnachtsmann-Gedichten. Welches Gedicht gefällt dir besonders gut? Schreib's mir gerne in die Kommentare und wenn du ein bestimmtes Gedicht vermisst, dann schreib mir auf jeden Fall.
Weiter mit wunderschönen Sprüchen, Zitaten und Gedichten geht's in
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Bis bald

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Im Knecht Ruprecht Gedicht steht :
„Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
FRESSEN fromme Kinder gern.“
Das habe ich nie so gelesen, bisher kenne ich nur „essen fromme Kinder gern“
Vielen lieben Dank,
natürlich heißt es „essen fromme Kinder gern“, da hat der Fehlerteufel ganz böse zugeschlagen.
Ich wünsche dir und deinen Lieben eine wundervolle Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.
Petra